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Greenpeace-Aktivisten fordern Einschlagstopp für Bäume über 140 Jahren
Greenpeace-Aktivisten fordern Einschlagstopp für Bäume über 140 Jahren

17.10.2012 | Natalie Becker

Greenpeace-Aktivisten setzen die Kartierung der Bäume im bayerischen Spessart fort. Bereits Anfang dieses Jahres erfasste Greenpeace 23.844 alte Buchen und Eichen und erstellte aus den Daten 17 Karten und Grafiken, um die Transparenz zu schaffen, die die Bayerischen Staatsforsten bisher verhindern. Sie vermessen alle Bäume mit über 50 Zentimeter Brusthöhendurchmesser und nehmen diese in digitale GIS-Karten auf.

Die erste Kartierung im Februar und März diesen Jahres und die Greenpeace veröffentlichten Studien zeigten bereits Wirkung. Der bayerische Forstminister Helmut Brunner und der Vorstandsvorsitzende der BaySF Rudolf Freidhager kündigten an, die Pflanzung der nordamerikanischen Nadelbaumart Douglasie in Schutzgebieten zu stoppen und sprachen sich gegen die Holznutzung von über 180 Jahre alten Buchenbeständen „in den nächsten Jahren“ aus. Zudem wurden Karten dieser Wälder aus 13 der 41 BaySF-Betriebe veröffentlicht.

Allerdings sind lediglich ein Prozent der öffentlichen Wälder über 180 Jahre alt, und rechtssicher sind die Beschlüsse auch noch nicht. Weiterhin verheimlicht der Vorstandsvorsitzende die Pläne über die Waldnutzung der nächsten zehn Jahre und gibt den Bürgerinnen und Bürgern keine Möglichkeit sich zu beteiligen. Es sieht so aus, als ob die BaySF Waldbau-Richtlinien verfolgt, die die Abholzung alter Buchenwälder vorsehen und teilweise sogar ihre eigenen Naturschutz-Richtlinien bricht. „Mit den wachsweichen Ankündigungen möchte sich der bayerische Forstminister nur Luft verschaffen. Eine Kehrtwendung im öffentlichen Wald sieht anders aus“, sagt der Greenpeace-Waldexperte Martin Kaiser. „Brunner kommt seiner Aufsichtspflicht nicht nach und stoppt die Säge nicht.“

Um die wertvollen alten Buchenwälder als Lebensräume und als Urwälder von morgen zu erhalten, fordert Greenpeace die Holznutzung in über 140 Jahre alten Waldbeständen zu stoppen, bis 10% der öffentlichen Wälder rechtlich verbindlich geschützt sind.

Weitere Informationen:

> Kartenmaterial

> Meldung von Greenpeace Deutschland

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